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Holocaust-Gedenktag

Veranstaltungen zum Gedenken der Holocaust-Opfer

Eingang zu Auschwitz-Birkenau

Eingang zu Auschwitz-Birkenau

Am 27. Januar soll an die Opfer des Holocausts gedacht werden. Zahlreiche Veranstaltungen in der EKHN laden zum Gedenken und zum Nachdenken ein.

Am 27. Januar begehen wir Deutschen den Holocaust-Gedenktag. Aber warum eigentlich ausgerechnet an diesem Datum? Am 27. Januar 1945 befreite die sowjetische Armee die größtenteils jüdisch-stämmigen Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz im heutigen Polen. In dem Lager wurden nach Schätzungen über eine Million Menschen von den Nationalsozialisten getötet. 

In der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau finden zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen zum Holocaust-Gedenktag statt. Hier eine Auswahl:

Bad Hersfeld

In Bad Hersfeld wird Holk Freitag, ehemaliger Intendant der Bad Hersfelder Festspiele, um 18 Uhr im Buchcafe eine szenische Lesung mit Ausschnitten aus dem Stück „Ermittlung“ von Peter Weiss halten. Das Stück entstand 1965, nachdem Weiss als Zuhörer wochenlang am Frankfurter Auschwitz-Prozess teilgenommen hatte. Freitag wolle mit der Lesung an den größten Zivilisationsbruch der Geschichte erinnern, heißt es in der Ankündigung.

Bad Schwalbach

Zum Holocaust-Gedenktag veranstaltet die Evangelische Kirchengemeinde Bad Schwalbach um 17 Uhr ein Konzert mit Musik, Text und Leinwandprojektionen. 

www.ekhn.de/veranstaltungen/detail/events/konzert-zum-holocaust-gedenktag.html

Bensheim

Der Kreisverband Bergstraße der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft am Holocaust-Gedenktag zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung in Bensheim für die Opfer des Nationalsozialismus auf. In der Ankündigung schreibt die GEW: „Gerade die zurückliegenden Jahre haben deutlich gemacht, wie brandaktuell das Thema  Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit noch immer ist. Es ist kein Tabu mehr, hasserfüllte Äußerungen zu tätigen. Die Anonymität des Internets ist nicht mehr nötig, denn inzwischen werden die entsprechenden Botschaften mit Klarnamen in sozialen Netzwerken unters Volk gebracht und von einer Vielzahl von Usern beklatscht. Hinzu kommen die Äußerungen der einen oder anderen Politiker - nicht nur der AfD -, die sich entsprechender Parolen bedienen, um die Lufthoheit über den Stammtischen zu erlangen, all das spricht eine deutliche Sprache.“

Gedenken an die NS-Opfer in Bensheim

Frankfurt am Main

Am Sonntag, den 27. Januar 2019 zeigen die Ekinos Frankfurt in einer Sondervorstellung um 13 Uhr Steven Spielbergs „Schindlers Liste“.

Nach dem Film findet ein Zeitzeugengespräch mit Ursula Trautwein statt. Sie und ihr Mann, der frühere evangelische Propst Dieter Trautwein, kannten Oskar Schindler noch persönlich und waren mit ihm befreundet. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der EKINOS mit der Evangelischen Medienzentrale und dem Pädagogisches Zentrum Fritz Bauer Institut & Jüdisches Museum Frankfurt.

Schindlers Liste mit Zeitzeugengespräch

Groß-Gerau

In  Groß-Gerau findet um 18:30  Uhr eine Gedenkveranstaltung beim Gedenkstein der VVN (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes) statt. 

Nach der Begrüßung durch Bruno Walle vom DGB-Ortsverband Groß-Gerau wird Monika Kanzler-Sackreuther von der Kreisvereinigung Starkenburg der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes- Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) eine Gedenkrede halten. Das Schlusswort hält Walter Ullrich vom Förderverein Jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau.

Gedenkveranstaltung in Groß-Gerau

Heppenheim

Unter dem Titel „Mod Helmy, Mut zum Leben – Mut zur Hilfe“ findet  im Martin-Buber-Haus um 17 Uhr eine Lesung von Igal Avidan (Autor) im Gespräch mit Burkhard Weitz (Redakteur Chrismon) statt. 

In der Ankündigung heißt es:

Die meisten Menschen in Nazi-Deutschland reagierten gleichgültig auf die Judenverfolgung, viele nahmen aktiv daran teil. Nur 600 von ihnen wurden von Yad Vashem als Judenretter geehrt und ein einziger war Araber. Der Arzt Mod (Mohamed) Helmy wurde von den Nationalsozialisten als „Nichtarier“ diskriminiert und sogar inhaftiert. Trotzdem half er jahrelang einer jüdischen Familie, sich vor der Gestapo zu verstecken. Mitten in Berlin gelang es ihm sogar mithilfe von Hitlers Verbündeten, dem Mufti von Jerusalem, eine Jüdin in Sicherheit zu bringen. Igal Avidan fand Helmys ehemalige Patienten, besuchte seine Verstecke und zeichnet seine einzigartige Geschichte nach. Durch seine Lesungen gelang ihm auch ein Dialog mit Muslimen in Deutschland. (Text: Igal Avidan)

Der 1962 geborene Journalist und Politologe Igal Avidan schreibt für israelische und deutschsprachige Medien. Er ist Autor verschiedener Bücher zum Thema Israel und jüdische Geschichte. Burkhard Weitz studierte Theologie und vergleichende Religionswissen-schaften. Er ist freier Autor und Redakteur der evangelischen Monatsschrift „Chrismon“.

Lesung "Mod Helmy" in Heppenheim

Laubach 

Auch im mittelhessischen Laubach feiert die evangelische Kirchengemeinde einen Gedenkgottesdienst in der Laubacher Stadtkirche um 10.30 Uhr.

In dem Gottesdienst soll darüber nachgedacht werden, wie und wo heute jüdische Mitbürger ausgegrenzt, gemobbt und verfolgt werden. Der Gottesdienst wird von Mitgliedern der Friedenskooperative und der evangelischen Kirchengemeinde gestaltet, sowie musikalisch von Peter Ehm an der Klarinette und Anja Martine an der Orgel begleitet.

Gedenkgottesdienst in Laubach

Seeheim

Die evangelischen Kirchengemeinden Seeheim-Malchen und Bickenbach sowie die katholischen Gemeinden Seeheim-Jugenheim und Bickenbach gedenken in einem ökumenischen Gottesdienst mit Bruder Pfarrer M. Kleespieß, Pfr.i.R. Joachim Dietermann, Pfarrerin Eva-Maria Loggen und Pfarrerin Andrea Thieman der Shoa.

Schwerpunktthema ist in diesem Jahr das KZ Osthofen, der Enkel des ehemaligen Inhaftierten Karl Schreiber ist zu Gast. Musikalisch wird die Feier mit Orgelmusik von W. Portugall sowie Klezmer-Musik des Ensembles Ora blue umrahmt. Die Kollekte kommt der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste zugute.

Den Verantwortlichen ist wichtig, mit der Gedenkfeier Sensibilität zu wecken und Bewusstheit zu schaffen für Anfänge von neu aufflammendem Rassismus und Gewaltbereitschaft.

Gedenken an die Opfer des KZ-Osthofen


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